Bye Bye Erdöl

Das BP-Disaster vor der amerikanischen Küste und die damit verbundene Zerstörung von Natur und Umwelt zeigen deutlich, wie wichtig es wird die Abhängigkeit vom fossilen Rohstoff Öl schnellstmöglich zu beenden. Öl bildet die Grundlage unterschiedlichster Materialien, die wir täglich benutzen oder verbrauchen. Egal ob es sich um die Plastiktüte im Supermarkt handelt oder das Benzin, mit dem wir unsere Autos betanken. Ein 100%iger Verzicht auf fossile Brennstoffe bis 2050 ist laut einer brandneuen Studie des Bundesumweltamts durchaus realistisch und machbar. Es ist nur eine Frage der Koordination und des Willens aller Beteiligten.
Auf viele Dinge hat der Einzelne in Bezug auf den Verbrauch von Erdöl vielleicht keinen unmittelbaren Einfluß, aber jeder von uns kann seinen persönlichen Erdöl-Verbrauch drastisch reduzieren. Wir geben Ihnen hier Tipps, wie Sie selber ihren täglichen Erdölverbrauch um ein Vielfaches einschränken können:

Benutzen Sie keine Plastiktüten

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Jedes Jahr werden weltweit rund 1 Trillionen Plastik-Tüten verbraucht. Nur ein minimaler Bruchteil davon kann und wird recycled. Benutzen Sie stattdessen lieber einen Stoffbeutel oder einen Einkauskorb für Ihre täglichen Einkäufe.

Mach mal einen Veggie-Day

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Die Billigpreise in Supermärkten für Fleischprodukte verlocken dazu jeden Tag Fleisch auf den Mittagstisch zu bringen. Das ist nicht nur aus Ernährungssicht fatal, sondern auch aus Sicht des Energieverbrauchs. Aufzucht und Verarbeitung von Tieren kostet viel mehr Energie als eine vegetarische Alternative. Machen Sie doch einmal in der Woche einen vegetarischen Tag oder nehmen anstatt Wurst und Käse einmal pflanzliche Aufstriche auf Ihr Brot. Die fabrikähnliche Massenhaltung von Tieren für den Verzehr durch den Menschen hat zudem nichts mit Qualitätsfleisch zu tun. Häufig finden sich Medikamentenrückstände in solchen Fleischprodukten oder unerwünschte Inhaltsstoffe durch Billigfutter.

Putzmittel selber machen

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Es hört sich ungewöhnlich an, aber durch das Selbermachen von Putzmitteln sparen Sie ebenfalls wertvolles Erdöl. Die meisten handelsüblichen Reinigungsmittel enthalten Erdölderivate, die sich auch problemlos durch umweltfreundlichere Mittel ersetzen lassen. Mit Duftölen können Sie ihrem Putzmittel sogar noch den Lieblingsduft verpassen.

Mehr recyclen

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Die Wiederverwertung von recycle-fähigen Materialien gehört auch zu den großen Möglichkeiten Öl zu sparen. Für die Gewinnung und Veredelung von Rohstoffen ist nämlich wesentlich mehr Engerie - und damit Brennstoff - nötig, als bei der Wiederverwertung von bspw. Altglas und Altmetall. Also: Keine Dosen und Flaschen mehr in den Hausmüll, sondern in den Sammelcontainer an der nächsten Ecke werfen.

Motor aus

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Entgegen der weitläufigen Meinung haben Untersuchungen ergeben, dass bei einer Standzeit von länger als 10 Sekunden es günstiger ist, den Motor eines Kfz´s abzuschalten. Dadurch lässt sich der Verbrauch von Benzin reduzieren. Eine Nutzung des Leerlaufs hingegen bringt diesen Spareffekt nicht.

Luftdruck prüfen

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Auch der richtige Luftdruck an Ihrem Fahrzeug trägt zum Öl-Sparen bei. Ist der Luftdruck Ihres Autos oder Motorrads richtig eingestellt, verringert sich der Rollwiderstand der Reifen und der Benzinverbrauch sinkt. Derzeit prüfen die wenigsten Fahrzeugbesitzer weltweit nicht regelmäßig ihren Reifendruck und verschwenden so Millionen Tonnen Rohöl durch zu hohen Spritverbrauch.

Tempo runter

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Schnelle Autos sind schon etwas Schönes. Das hohe Tempo ist jedoch ein echter Benzin-Killer. Wer sich ans Tempo-Limit hält und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 km/h nicht überschreitet, kann seinen Spritverbrauch bis zu 24% reduzieren. Angesichts ständig steigender Benzinpreise (besonders zu den Urlaubszeiten) auch eine wirtschaftliche Überlegung.

Strom statt Sprit tanken

Sollten Sie über den Kauf eines Neuwagens nachdenken, dann erwägen Sie doch auch einmal die Alternativen zum Spritfresser Bezinmotor. Die Hybrid-Technologie ist mittlerweile eine ernstzunehmende Möglichkeit den Ausstieg aus der Benzin-Abhängigkeit zu beginnen. Auch reine Elektro-Fahrzeuge wie die der Firma Tesla Motors werden ständig verbessert und weiterentwickelt.

Fahrgemeinschaften gründen

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Der Luxus, jeden Tag mit dem eigenen Auto zur Arbeit zu fahren, kostet Riesenmengen von Benzin. Warum muß in einem 5-Personen-Pkw nur eine Person fahren? Bilden Sie doch einfach mit Kollegen und Nachbarn Fahrgemeinschaften und wechseln sich mit dem Fahren ab. Das schont die Autos, die Umwelt und Ihren Geldbeutel. Wem die Geselligkeit auf dem täglichen Weg zur Arbeit aber nicht gefällt, der kann ja vielleicht auch auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad umsteigen. Sie werden nicht nur wesentlich entspannter am Arbeitsplatz ankommen, sondern auch bei der Nutzung des Rads etwas Sinnvolles für Ihre Gesundheit tun.

Clever heizen

Wer seine Räume intelligent heizt spart viel Energie. Heizöl einfach so durch den kamin zu blasen belastet nicht nur die Umwelt sondern auch den Geldbeutel. Wichtig dabei ist auch das clevere Lüften der Räume. Immer nur kurzes Stoßlüften bei abgeschalteter Heizung. Dauerlüften lässt Räume und Wände unnötig auskühlen. Um alles wieder aufzuwärmen benötigt die Heizung unnötig lange und ein Mehr an Energie.

Flugreisen reduzieren

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Natürlich ist es bequem und spart eine Menge Zeit: Die Reise mit dem Flugzeug. Der schnelle Trip hat jedoch einen hohen Preis. Riesenmengen Flugbenzin werden für den Transport von Fracht und Passagieren verbraucht, obwohl man besonders auf kurzen Strecken auch umweltfreundlichere Alternativen zur Auswahl hätte. Benutzen Sie zur Abwechslung sdoch einmal den Zug. Dort kann man bei der Reise nicht nur die Landschaft geniessen, sondern im Vergleich auch Massen an Benzin einsparen.